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Kurz erklärt

Wie viele Gerüstanker pro m² Fassade?

Eine feste Zahl pro Quadratmeter steht in keiner Vorschrift. Die Ankerraster der Zulassungen ergeben trotzdem eine, und hier ist sie für sechs Systeme an zwei geraden Wänden.

Von Ole Emil Frikstad Urstad · So werden die Zahlen berechnet ·

HAKI Universal-Gerüst mit Treppenturm um ein 16,5 m hohes Gebäude, acht Lagen hoch, im 3D-Modell von ScaFix
HAKI Universal mit Treppenturm, acht Lagen.

Wie viele Gerüstanker braucht ein Fassadengerüst pro m²?

Ein unbekleidetes Systemgerüst braucht an den beiden hier gerechneten Wänden etwa einen Gerüsthalter je 6,5 bis 17 m² Gerüstfläche, also 0,06 bis 0,15 pro m². Maßgeblich ist das Ankerraster der Zulassung.pdf). Mit Planen verdoppelt sich die Zahl ungefähr, und kurze Gerüste brauchen mehr je m², weil Randrahmen und oberste Lage dichter verankert werden.

Wie viele Anker brauchten die Systeme an zwei Testwänden?

Zwei gerade, unbekleidete Wände, mit ScaFix berechnet in der größten Feldweite des Systems: Wand A ist 4 Felder lang und 8 m hoch, Wand B 8 Felder lang und 12 m hoch. Die Fläche ist die Gerüstfläche vom Gelände bis zur Gerüstoberkante.

SystemWandLängeGerüstflächeGerüsthalterJe m²m² je Anker
Layher Blitz 70, 3,07 mA12,28 m95 m²120,1267,9
Layher Blitz 70, 3,07 mB24,56 m288 m²330,1158,7
Layher Allround, 3,07 mA12,28 m92 m²120,1307,7
Layher Allround, 3,07 mB24,56 m282 m²330,1178,5
Plettac SL 70, 3,0 mA12,0 m91 m²120,1327,6
Plettac SL 70, 3,0 mB24,0 m278 m²310,1129,0
Hünnebeck BOSTA 70, 3,0 mA12,0 m91 m²140,1546,5
Hünnebeck BOSTA 70, 3,0 mB24,0 m278 m²300,1089,3
ALTRAD ProfiTech S 73 plus, 3,07 mA12,28 m93 m²90,09710,3
ALTRAD ProfiTech S 73 plus, 3,07 mB24,56 m285 m²220,07713,0
PERI UP Easy, 3,0 mA12,0 m91 m²70,07713,0
PERI UP Easy, 3,0 mB24,0 m278 m²160,05817,4

Jede Zahl folgt dem Ankerraster, das ScaFix der jeweiligen Zulassung entnimmt: Z-8.22-64.pdf) für Allround, Z-8.1-29.pdf) für Plettac SL 70, Z-8.1-54.2.pdf) für BOSTA 70, Z-8.1-912.pdf) für ProfiTech S 73 plus und Z-8.1-957.pdf) für PERI UP Easy. PERI UP Easy (0,058 je m² an Wand B) und ProfiTech (0,077) liegen am dünnsten, weil ScaFix beide im 8-m-versetzten Raster plant: jeder Vertikalrahmenzug alle 8 m, benachbarte Züge um 4 m versetzt. Bei ProfiTech kommen nach B.5 a die Randzüge alle 4 m und jeder Ständer der obersten Lage hinzu; bei PERI UP Easy verlangt C.5 a die 4-m-Randzüge nur bei Aufbauten mit weniger als 5 Feldern. Blitz, Allround, Plettac und BOSTA rechnet ScaFix dagegen im 4-m-Raster; beim Blitz ist das die strengste Lesart von B.5, solange Layher nicht bestätigt, welches Raster gilt. Im 8-m-versetzten Raster, das Z-8.1-16.2 ebenfalls kennt, läge Blitz deutlich niedriger. Die vollständigen Listen stehen bei Layher Blitz, Plettac SL 70/100 und Hünnebeck BOSTA.

Warum gibt es keine Faustregel pro m²?

Weil die Zulassungen Anker je Vertikalrahmenzug und Höhe festlegen, nicht je Fläche. Beim Layher Blitz 70 sind das je nach Aufbaukonfiguration drei Raster (Z-8.1-16.2, Anlage B, B.5.pdf)):

  • 8 m versetzt: jeder Rahmenzug alle 8 m, benachbarte Züge um 4 m versetzt, Randzüge alle 4 m. Im Feld ergibt das bei 3,07 m Feldweite einen Anker je rund 24,6 m².
  • 4 m durchgehend: jeder Rahmenzug alle 4 m, also einer je rund 12,3 m².
  • 2 m: jeder Knoten, einer je rund 6,1 m².

In der obersten Gerüstlage ist zusätzlich jeder Ständer zu verankern, jede zweite Verankerung darf entfallen, wenn die Ebene darunter verankert ist. Diese Rand- und Kopfanker drücken die Feldwerte nach oben, und zwar umso stärker, je kürzer und niedriger das Gerüst ist: Jedes System in der Tabelle braucht an Wand B weniger Anker je m² als an Wand A. Zum Vergleich nennt die norwegische Jamax-Anleitung als Näherung einen Anker je 10 m² für unbekleidete Rahmengerüste (Jamax, § 6.4.1).

Nahaufnahme der Ecke, an der Längswand und Giebelwand zusammentreffen, mit HAKI Universal-Stielen, Belägen, Geländern und Bordbrettern im 3D-Modell von ScaFix
Die Ecke: Die Felder der beiden Wände treffen sich, mit Belag, Geländer und Bordbrett auf jeder Lage.

Was ändern Netze und Planen?

Das Raster wird enger. In der Ankerkrafttabelle B.2 der Blitz-Zulassung stehen die Konfigurationen mit Planenbekleidung (Anlage C, Seiten 7 und 8) im 2-m-Raster, also mit einem Anker an jedem Knoten; gegenüber dem 4-m-Raster verdoppelt sich damit die Ankerzahl. Was bei HAKI, bei WDVS-Fassaden und nach DGUV 201-011 gilt, steht im Ratgeber Gerüstverankerung, ebenso Ankerkräfte, Probebelastung und Ankergrund.

Planungshilfe, keine Standsicherheitsprüfung. Ankerraster und Ankerkräfte ergeben sich aus der Aufbau- und Verwendungsanleitung, der Zulassung oder einem Einzelnachweis; eine zur Prüfung befähigte Person muss das Gerüst vor der Benutzung prüfen.

Häufige Fragen

Gibt es eine Faustregel für Gerüstanker pro m²?

Keine allgemeingültige. Die Raster der Zulassungen ergeben im Feld einen Anker je etwa 6 bis 25 m², an kurzen Gerüsten wegen Rand- und Kopfankern deutlich mehr. Die norwegische Jamax-Anleitung nennt als Näherung einen je 10 m².

Wie viele Anker braucht ein Gerüst mit Planen?

Etwa doppelt so viele wie im 4-m-Raster: Beim Layher Blitz 70 führt die Zulassung die Konfigurationen mit Planen im 2-m-Raster, also mit einem Anker an jedem Knoten. Für Planen und Netze gilt immer die Anleitung des Herstellers.

Warum braucht PERI UP Easy nur halb so viele Anker wie Blitz?

ScaFix plant PERI UP Easy im 8-m-versetzten Raster der Zulassung Z-8.1-957, mit 4-m-Randzügen nur unter 5 Feldern. Den Blitz rechnet ScaFix im 4-m-Raster mit jedem Ständer der obersten Lage, solange Layher die Rasterwahl nicht bestätigt; der Unterschied kommt also zum großen Teil aus der Rasterwahl, nicht aus den Systemen. An Wand B sind das 16 gegen 33 Anker.

Wie schätze ich die Ankerzahl für mein Gerüst?

Gerüstfläche durch die Feldfläche je Anker teilen, beim Blitz etwa 12,3 m² im 4-m-Raster, dann die Randzüge und die oberste Lage dazuzählen. An kurzen Gerüsten machen diese Zuschläge viel aus: An Wand A ergibt der Feldwert rund 8 Anker, gebraucht werden 12.

Quellen

Die Primärquellen dieses Artikels, jeweils mit dem Datum, an dem sie gelesen wurden.