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Kurze Antwort

Wie hoch darf ein Gerüst ohne eigenen Standsicherheitsnachweis sein?

Eine gesetzliche Höchstgrenze gibt es nicht. Es gibt die Regelausführung des Herstellers, und bei Fassadengerüsten nach der Produktnorm endet sie bei 24 Metern.

Von Ole Emil Frikstad Urstad · So werden die Zahlen berechnet ·

HAKI Universal-Gerüst mit Treppenturm um ein 16,5 m hohes Gebäude, acht Lagen hoch, im 3D-Modell von ScaFix
HAKI Universal mit Treppenturm, acht Lagen.

Wie hoch darf ein Gerüst ohne Nachweis sein?

So hoch, wie die Regelausführung reicht. Nach TRBS 2121-1, Abschnitt 4.1.1, braucht jedes Gerüst außerhalb einer allgemein anerkannten Regelausführung einen Standsicherheitsnachweis. DIN EN 12810-1 gilt für verankerte Fassadengerüste bis 24 m, und die Zulassung des Layher Blitz Gerüsts erlaubt 24 m über Gelände zuzüglich Spindelauszug.

Was setzt die Regelausführung beim Layher Blitz 70 Stahl voraus?

MerkmalRegelausführung nach Z-8.1-16.2
Höheoberste Gerüstlage höchstens 24 m über Geländeoberfläche, zuzüglich Spindelauszug
Breite und FeldSystembreite 0,73 m, Feldweiten bis 3,07 m
LastLastklasse 3 nach DIN EN 12811-1, Arbeitsbetrieb in einer Gerüstlage
Fassadegeschlossen oder teilweise offen mit höchstens 60 % Öffnungsanteil
WindStandzeitfaktor 0,7, also höchstens 2 Jahre Standzeit
BekleidungNetze und Planen nachgewiesen, solange die Kraftbeiwerte 0,6 quer und 0,2 längs nicht überschritten werden
Spindelnleichte Gerüstspindeln nach DIN 4425 gelten als wesentliche Abweichung

Der Bescheid stammt vom 2. Januar 2025 und gilt bis 4. Januar 2030; das System wurde erstmals am 30. März 1973 zugelassen. Die 24 m sind also kein Einzelwert, sondern Teil eines Pakets.

Wann ist auch unter 24 m ein Nachweis fällig?

Nach der Zulassung ist die Standsicherheit im Einzelfall oder über eine statische Typenberechnung nachzuweisen, sobald das Gerüst nicht den Anlagen B und C entspricht. Ausdrücklich genannt sind andere Verankerungsraster, andere Netze, höhere Eigen-, Wind- oder Verkehrslasten sowie Bauaufzüge und Hebezeuge, die nicht unabhängig vom Gerüst betrieben werden. Die Lasten sind dann bis in die Verankerungen und in die Aufstellebene zu verfolgen.

Layher Allround-Gerüst um einen Block mit Flachdach, 18,3 × 10,2 m und 12,5 m hoch, im 3D-Modell von ScaFix
Layher Allround um einen 12,5 m hohen Block.

Woran erkennt man eine anerkannte Regelausführung?

TRBS 2121-1 nennt in 4.1.1 Beispiele: eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt, ein Prüfzeugnis, eine Zustimmung im Einzelfall oder eine Ausführung nach DIN 4420-3. Der Nachweis kann auch über Bemessungstabellen erfolgen. Maßgeblich bleibt, dass das Gerüst auf der Baustelle genau so steht, wie es die Aufbau- und Verwendungsanleitung beschreibt.

Weiter: Gerüst-Vorschriften, Gerüstverankerung, Lastklassen, Gerüstlage und Layher Blitz.

Planungsinformation, kein Standsicherheitsnachweis. Maßgeblich sind der DIBt-Bescheid und die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers; außerhalb der Regelausführung ist ein Nachweis nach den Technischen Baubestimmungen zu erbringen. Vor der Übergabe prüft eine zur Prüfung befähigte Person das Gerüst (BG BAU B 113).

Häufige Fragen

Wie hoch darf ein Fassadengerüst sein?

Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht. In der Regelausführung nach DIN EN 12810-1 und vielen Zulassungen bis 24 m, darüber mit eigenem Standsicherheitsnachweis.

Zählt der Spindelauszug zu den 24 Metern?

Beim Layher Blitz Gerüst nicht: Die 24 m gelten für die oberste Gerüstlage über Gelände, der Spindelauszug kommt hinzu.

Gilt die Regelausführung auch mit Planen?

Beim Blitz-Gerüst ja, solange die Kraftbeiwerte von Netz und Gerüst 0,6 quer und 0,2 längs nicht übersteigen. Bei anderen Systemen entscheidet deren Zulassung.

Braucht ein Gerüst mit Bauaufzug einen Nachweis?

Wenn der Aufzug nicht unabhängig vom Gerüst betrieben wird, verlangt die Blitz-Zulassung, seinen Einfluss zu berücksichtigen; das geht nur mit einem gesonderten Nachweis.

Quellen

Die Primärquellen dieses Artikels, jeweils mit dem Datum, an dem sie gelesen wurden.